Familienname Gieseke

Der Familienname Gieseke gehört mithin zu den Alteinheimischen, ursprünglich heidnischen Personennamen. Der urdeutsche Name hat seinen Ursprung aus der Bezeichnung: „GIS“

Etymologisch ergibt sich folgende Erklärung und Bedeutung:

GIS mit GAID und GAR „SPEER“ verwandt.

GAID langobardisch = gaida, angelsächsisch = Gadu „Lan-

zenspitze“

GAR althochdeutsch = ker, ger *)

Angelsächsisch = gar

Mittelhochdeutsch = ger Ger = „Wurfspeer“

*) Althochdeutsch bezeichnet man den Zustand der deutschen Sprache in der . Zeit von 750 bis rund 1050

Aus GIS wurden unter anderem folgende Familiennamen gebildet:

GISBERT: Giesebrecht

GISIBRAND: Giesebrandt

GISHER: Gieser, Kieser

GISALEICUS: Kieslich

GISMAN: Giesmann

GISEMMAR: Geysmer, Geßmer

GISSOLD: Gieswald, Gießhold

GISOIN: Gieswein, Geßwein

Gisulf: Geislauff

Diese Namen erfuhren häufig der einstämmigen Kürzung, zum Beispiel:

Gis-, Giso-, Kiso, sodass die Namen folgende Schreibweise hatten:

Giese, Kiese, Kieß, Kiß, Geyso, Gieß, Gese.

Da man noch keine Vornamen kannte und Vater und Sohn bzw. alle Kinder den gleichen Namen hatten, bezeichnete man den Sohn in der

Verkleinerungsform = Gisi, Gysi, Geske, Gieseke.

Da die Germanen vielfach Namen hatten, die von Gefäßen, Geräten und dergleichen herrührten, muss angenommen werden, dass unsere Vorfahren mit den Waffengeräten „ Lanzenspitze“ bzw. Wurfspeer enger verbunden waren oder wegen Waffengewandtheit ihren Namen erhielten. Zu den Waffen zählten Schild und Speer, Keule und Schleuder. Wenn die Germanen wehrhaft gemacht wurden, geschah dies in der Überreichung von Schild und Speer.

Bemerkung:

Das der Namen Gieseke aus den Silben „Gis“ und „Ecke“ zusammengesetzt wurde, ist nicht anzunehmen. Da aber die Möglichkeit besteht, so sei die Erklärung „Ecke“ mitangeführt.

AG (alteineimisch) bedeutet: althochdeutsch = ecka,

mittelhochdeutsch = ecke, egge

„Ecke“ = Kante, besonders in dem Sinne von Schneide, Schwerschärfe, Schwert.

Anmerkung zu der Erklärung des Familiennamens Gieseke:

Nach den „Beiträgen zur Deutschen Familiengeschichte von der Zentralstelle für Deutsche Familiengeschichte Leipzig 1923“:

Ein Versuch von Dr. Albert Gieseke Leipzig über „Ursprung, Alter, Bedeutung, Geschichte und Verbreitung der Namen Giesecke, Gieseke und ähnliche Formen“, lässt sich der Name nicht über das 10. Jahrhundert zurückverfolgen.

Der Ursprung, Alter und Bedeutung führt hier auf das Gebiet sprachgeschichtlicher Forschung. So haben Ahnen auch mehrfach Ortsnamen als Familiennamen angenommen. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass unsere Vorfahren den Ortsnamen „Geseke“, welcher urkundlich auch u. a. „Giseke“ lautete, übernommen haben.

Da nach dem vorstehendem Versuch, der Familienname verschiedene Deutungen und Erklärungen – auch die in vorstehender Erklärung von

Dr. Heintze wiedergegeben – seinen Ursprung zulässt, kann eine endgültige Klärung nicht gegeben werden.

Gieseke ist eine Kurzform zu dem altdeutschen Rufnamen “gisal-beraht” (Geisel + hell, strahlend, glänzend)

Varianten:

– Gieselbertus (um 1250)

– Ghiseke (um 1304/1317)

– Ghise (um 1290)

– Gyseke (um 1347)

– Giese

– Giseke (1451)